MEDICA 2009: Bye, bye, Keyboard!
Die Zeiten, in denen Ärzte Patientendaten mühsam per Tastatur in den Rechner tippten, neigen sich dem Ende zu. Die automatische Spracherkennung in Praxis und Klinik ist nicht nur schneller und bequemer. Sie spart auch bares Geld. Und sie kommt den Patienten zu gute, weil weniger Fehler passieren und die Ärzte besser Bescheid wissen. Auf der Medizinmesse MEDICA zeigen zahlreiche Aussteller wie mit Sprachlösungen von Nuance das papierlose Krankenhaus näher rückt.
Wien und Düsseldorf, 19. Oktober 2009 – Wenn IT-Spezialist Jens Bauer vom Universitätsklinikum Tübingen über die Einführung der automatischen Spracherkennung in der Röntgenabteilung seines Krankenhauses redet, dann gerät er fast ins Schwärmen: „Das war wirklich ein rund um erfolgreiches IT-Projekt“, so Bauer. Im Krankenhaus ist solche Zufriedenheit alles andere als selbstverständlich: Viele IT-Projekte floppen, und wenn sie nicht floppen, dann sind sie oft sehr viel teurer als geplant.
Nicht so bei der Einführung von Spracherkennung: Jahrzehntelang haben Ärzte ihre Befunde und Entlassungsbriefe entweder selbst geschrieben oder auf Bänder diktiert, die dann von einer Schreibkraft abgetippt wurden. Das ist in vieler Hinsicht nicht optimal: Es dauert zum Teil Tage, bis ein Dokument fertig ist, weil es in unterschiedlichen Stadien der Fertigstellung vom Arzt zur Schreibkraft, zurück zum Arzt, wieder zur Schreibkraft, von dort zum Oberarzt und schließlich zum Chefarzt wandert. Gelegentlich gehen auch Kassetten verloren oder werden verwechselt. Die Folgen: Die Einrichtung hat hohe Kosten, weil sie einen umfangreichen Schreibdienst unterhalten muss. Die Ärzte haben Zusatzarbeit, weil sie sich zum Teil mehrfach mit Dokumenten herumschlagen müssen, obwohl der Patient die Klinik oder die Abteilung schon längst verlassen hat. Und falsch zugeordnete Diktate führen im ungünstigsten Fall zu Fehlern beim Patientenmanagement, die die Patientensicherheit gefährden können oder die Dauer eines Klinikaufenthalts unnötig verlängern.
Einsparungen im sechsstelligen Bereich
Im Radiologischen Department der Universitätsklinik Tübingen gehören diese Probleme längst der Vergangenheit an. Nach der Einführung einer Spracherkennung des Unternehmens Nuance passten sich die Ärzte rasch den neuen Bedingungen an: 95 bis 98 Prozent aller radiologischen Befunde entstehen heute mittels Spracherkennung: „Alles in allem werden 11000 bis 12000 digitale Befunde pro Monat erstellt“, schätzt IT-Leiter Hubert Petrich. Eine enorme Zahl, wenn man sich vergegenwärtigt, dass all das früher über Tonband bewältigt wurde. Und es geht schneller. Viel schneller. Wenn bei einem Patienten ein Röntgenbild oder eine Computertomographie gemacht werden muss, ist der vorläufige Befund für die Ärzte auf Station oder im Operationssaal heute schon nach 15 Minuten verfügbar. Ohne Spracherkennung wäre das allenfalls in Ausnahmefällen möglich.
Doch nicht nur für die Ärzte, auch für die Krankenhausverwaltung war die Entscheidung zum Umstieg auf Spracherkennung ein voller Erfolg. Denn dadurch konnte der Umfang des Schreibdienstes deutlich verkleinert werden. „Wir besetzen jetzt nur noch etwa zweieinhalb Stellen mit Schreibkräften. Umgerechnet spart uns das jährlich circa 200.000 Euro an Personalkosten“, rechnet Bauer vor. Dem stehen knapp 50.000 Euro an Wartungskosten für das System gegenüber. Die Ersparnis liegt netto demnach bei 150000 Euro pro Jahr – und das obwohl sich in Tübingen keinesfalls das gesamte Klinikum, sondern lediglich das Radiologische Department für die Befunderstellung vom traditionellen Keyboard verabschiedet hat.
Je besser die Dokumentation, desto höher die Sicherheit für Patienten
Wird ein gesamtes Klinikum auf Spracherkennung umgestellt, können die Einsparungen noch sehr viel eindrucksvoller ausfallen. Im Sykehuset Telemark Hospital in Norwegen beispielsweise ist der medizinische Alltag ohne Spracherkennung völlig undenkbar geworden. Etwa 400 Ärzte nutzen die dort installierte Spracherkennungslösung von Nuance. Insgesamt konnten dadurch 900000 Euro pro Jahr eingespart werden, erneut vor allem durch eine Verkleinerung des Schreibdienstes. In Norwegen wird ein Teil der Einsparungen direkt an die jeweiligen Abteilungen weiter geleitet. Die erhalten das Geld zusätzlich zum normalen Budget und können sich so beispielsweise neue Medizingeräte kaufen, deren Anschaffung mit dem üblichen Budget nicht „drin“ gewesen wäre. Für Per Urdahl, IT-Experte bei der Telemark-Klinik, ist deswegen klar: „Spracherkennung ist in den letzten 20 Jahren die einzige neue IT-Lösung gewesen, die in unserer Klinik zu einer messbaren Kostenersparnis geführt hat.“
Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde: Sogar die Patienten profitieren davon, wenn sie in einer Klinik behandelt werden, in der konsequent auf Spracherkennung gesetzt wird. Denn: Wenn Befunde früher vorliegen, dann gibt es weniger Verzögerungen bei der Versorgung des Patienten. Ärzte, die besser informiert sind, treffen eher die richtigen Therapieentscheidungen, weil ihnen alle Informationen zur Verfügung stehen, die sie benötigen. Und überall dort, wo Patienten aus der Obhut eines Arztes in die eines anderen wechseln, entstehen keine Übertragungsfehler mehr, weil relevante Informationen nicht in der oft schwer lesbaren Handschrift des Arztes auf einem Stück Papier niedergelegt sind, sondern digital und damit klar lesbar vorliegen.
Medizinmesse Medica: Ein Schaufenster für das papierlose Krankenhaus
Wie Krankenhäuser die Spracherkennung ganz konkret zur Optimierung der medizinischen Dokumentation und zur Verbesserung der Patientenversorgung nutzen, davon können sich auch Besucher der größten Medizinmesse der Welt, der Medica, Düsseldorf (18-21 November, 2009), überzeugen, zum Beispiel bei:
- GE HealthCare (Halle 10, Stand A56) zeigt das Centricity RIS, ein Informationssystem für Radiologen welches vollwertige Spracherkennung innerhalb Citrix-Netzwerken unterstützt.
- Philips Healthcare (Halle 10, Stand A22) zeigt das Ultraschall-System iU22 mit Sprachsteuerung, wodurch Ärzte während der Untersuchung das Gerät per Stimme bedienen können.
- iSOFT (Halle 15, Stand C32) zeigt mit ClinicCentre ein Informationssystem mit Spracherkennung für den krankenhausweiten Einsatz.
- Tieto (Halle 15, Stand G20) stellt iMedOne vor - sein Krankenhausinformationssystem mit sprachbasierter Informationserfassung von Nuance.
- 4Voice (Halle 15, Stand G26) zeigt eine Diktatlösungen für das Gesundheitswesen sowie neue Dienstleistungen, die Krankenhäuser bei der Einführung von Spracherkennung unterstützen sollen.
- EGS (Halle 15, Stand B46) gemeinsam mit den Firmen MEVOTEC, Speechmedia, 2SpeakSolutions, B-ITconsult. Eckhardt Unternehmensberatung und Völker EDV, präsentieren das neue Dragon Medical 10 sowie ihre Dienstleistungen rund um die Nuance Spracherkennung für niedergelassene Ärzte, Fachärzte, Heilberufler und kleine Anwendergruppen in Kliniken.
Die Trends in der Branche sind klar: Neben der reinen Spracherkennung bewegt sich die Dokumentation in Kliniken immer stärker in Richtung einer Standardisierung von Arztbriefen und Befunden. Das verbessert die Qualität der Dokumentation zusätzlich und beschleunigt im Nebeneffekt die Texterstellung noch weiter. Parallel dazu wird die Spracherkennung zunehmend als ein Werkzeug zur Steuerung von IT-Systemen im Klinikalltag etabliert. Wenn Ärzte demnächst ihre Software mit mündlichen Befehlen statt mit manuellen Tastenschlägen dirigieren, dann wird vielleicht wirklich die eine oder andere Tastatur eingemottet...
Über Nuance-Lösungen für das Gesundheitswesen
Die Lösungen von Nuance für das Gesundheitswesen, die weltweit in über 3000 Krankenhäusern und 250.000 Arztpraxen eingesetzt werden, bilden eine umfassende Familie von sprachaktivierten klinischen Dokumentations- und Kommunikationsprogrammen, die medizinischen Einrichtungen eine Senkung ihrer Betriebskosten, eine Steigerung ihrer Erträge und eine Verbesserung der Versorgung und Sicherheit ihrer Patienten ermöglichen. Weitere Informationen über die Nuance-Lösungen für das Gesundheitswesen in Deutschland, Österreich und der Schweiz: www.nuance.de/healthcare.
Über Nuance
Nuance ist führender Anbieter von Sprach- und Bildbearbeitungslösungen für Unternehmen und Privatkunden auf der ganzen Welt. Seine Technologien, Anwendungen und Services sorgen für einen deutlich höheren Benutzerkomfort und bieten neue arbeitssparende Methoden zur Handhabung von Informationen und zur Erstellung, Verteilung und Nutzung von Dokumenten. Die bewährten Anwendungen von Nuance werden tagtäglich von Millionen von Anwendern eingesetzt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.nuance.de.
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